25. März 2021

Gemeinsam aus der Krise – Kultur im ländlichen Raum

Am 09.03.2021 hatten die Grünen Hersfeld-Rotenburg zu einem Online-Dialog mit dem Thema Kultur im ländlichen Raum geladen. Virtuell zu Gast war Angela Dorn, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Dorn informierte in einem kurzen Vortrag über das Kulturpaket II der hessischen Landesregierung. Das Unterstützungspaket für Künstler*innen, Spielstätten und Kultureinrichtungen soll die Belastungen durch die Coronakrise abfedern und kulturelle Arbeit ermöglichen. Insgesamt 30 Millionen Euro stehen für Stipendien, Liquiditätshilfen, Beratungsangebote und ein Programm für Open-Air-Kultur in den Sommermonaten zur Verfügung.  

Im Anschluss an den Vortrag der Ministerin berichteten der Grüne Stadtverordnete in Bad Hersfeld, Thomas Bös, und der Grüne Spitzenkandidat in Bebra, Wolf-Dietrich von Verschuer über die Situation der verschiedenen Kultureinrichtungen im Landkreis und auch im Nachbarkreis. Unter den ca. 40 Gästen der Videokonferenz waren viele Kulturschaffende der Region, die ihre Situation eindringlich schilderten. Deutlich wurde, vor welch großen Herausforderungen Kultureinrichtungen wie das Buchcafé in Bad Hersfeld, Ellis Saal in Weiterode, der Lokschuppen in Bebra, das Kloster Cornberg oder auch das Open Flair in Eschwege und viele andere stehen. Selbst wenn ein Hygienekonzept erarbeitet und alternative Veranstaltungsformate oder -orte gefunden werden: Durch die Abstandsregelungen könnten die Veranstaltungen meist nur von weniger Zuschauer als normalerweise besucht werden. Dennoch blieben die Kosten der Veranstaltungen wie Löhne und Mieten etc. gleich, was finanzielle Einbußen zur Folge habe. Oft lohne es sich daher betriebswirtschaftlich gar nicht, überhaupt Veranstaltungen durchzuführen.     

Auch die vielen Menschen, die in ihrer Freizeit in Chören aktiv sind, trifft es hart. Darüber berichtete Heike Lorey-Vaupel von Total Vocal. Vielerorts seien Chöre schon vor der Pandemie vom Aussterben bedroht gewesen. Durch die Coronakrise können Chöre seit Monaten nicht proben geschweige denn auftreten. Dorn wies auf die Möglichkeiten von Stipendien innerhalb des Kulturpakets hin, die z.B. auch für Chorleiter*innen genutzt werden könnten.

Dorn äußerte ihr Verständnis für die Kulturschaffenden, die alle darauf warten, endlich wieder Kultur schaffen zu dürfen. Aber die anrollende dritte Welle sei ernst zu nehmen und es sei letztlich auch im Sinne der Kultur, wenn Öffnungen mit Bedacht und auf lange Sicht erfolgten.

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