12. Februar 2021

Anton Hofreiter im Gespräch über die „Fleischfabrik Deutschland“

Zu einer informativen, aber auch kritischen Gesprächsrunde über die industrielle Tierhaltung mit Toni Hofreiter, dem Vorsitzenden der GRÜNEN Bundestagsfraktion hatte der Grüne Kreisverband eingeladen. Das Thema stieß auf ein breites Interesse, 50 Teilnehmern*innen besuchten die digitale Veranstaltung.

In Anlehnung an sein 2017 veröffentlichtes Buch „Fleischfabrik Deutschland“ machte Hofreiter die Folgen der industriellen Massentierhaltung auf Landwirtschaft, Tiere, Klima und Menschen deutlich und zeigte gleichzeitig die politischen Rahmenbedingungen auf, um diesen entgegen zu wirken. „Eine einseitige Schuldzuweisung ist hier fehl am Platz. Sowohl die Agrarpolitik, als auch die Verbraucher*innen wie auch die Landwirt*innen müssen Teil dieser Umstrukturierung weg vom massenhaften Fleischexport, hin zur Steigerung von Ökolandbau und Regionalität sein“, so Hofreiter. „Wir fordern z. B. eine umfassende Kennzeichnungspflicht, damit Transparenz über die Tierhaltung in den Markt gelangt, eine verbesserte strenge Haltungsverordnung für eine artgerechtere Tierhaltung und eine stärkere Dünger- sowie Pestizidbegrenzung.“

Im Anschluss nutzten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit der Fragerunde und lenkten den Blick auf verschiedene Aspekte rund um die Massentierhaltung. Einigkeit bestand weitgehend in der Zielsetzung, die bestmöglichen Bedingungen in der Tierhaltung und die bevorzugte Förderung kleiner und mittlerer (möglichst) ökologischer Hersteller zu erreichen. „Es kann nicht sein, dass das in Deutschland produzierte Fleisch billig genug ist, um es nach China zu exportieren“, stellte Antje Fey-Spengler, Tierärztin und derzeit für die GRÜNEN im Magistrat aus Bad Hersfeld diesbezüglich fest. Hofreiter forderte unter anderem, kleinen Landmetzgereien nicht die gleichen strengen Vorgaben wie Großschlachtereien zu machen, um der immer stärkeren Zentralisierung der Schlachtbetreibe und damit immer längeren Tiertransporten entgegenzuwirken. 

Im Hinblick auf Hessen und unseren Landkreis Hersfeld-Rotenburg berichtete Kaya Kinkel, Landtagsabgeordnete der GRÜNEN, dass seit Grüner Regierungsbeteiligung eine 40%ige Steigerung des Ökolandbaus in Hessen zu verzeichnen ist. „Seit letztem Jahr gehört der Landkreis Hersfeld-Rotenburg auch den Ökomodellregionen Hessens an. Dadurch können auch hier die regionalen Absatzmöglichkeiten von Bioprodukten gestärkt und Produzent*innen der Biobetriebe mit den Konsument*innen zusammengebracht werden, um regionale Kreisläufe zu stärken.“

Bündnis 90/ Die GRÜNEN

Kreisverband Hersfeld-Rotenburg

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