Waldemar Dombrowski

26. August 2020

Auswirkungen von Corona auf den heimischen Arbeitsmarkt

Über die Folgen der Coronakrise für den Arbeitsmarkt berichtete auf Einladung des GRÜNEN Kreisverbandes Hersfeld-Rotenburg Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur Hersfeld-Fulda. Die GRÜNE Landtagsabgeordnete Kaya Kinkel berichtete über die Hilfsmaßnahmen der Grünen Landesregierung. Viele interessierte Bürger*innen nahmen im buchcafé und über Videokonferenz an den Vorträgen sowie einer konstruktiven Diskussion im Anschluss teil.

Gastredner Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, berichtete über die aktuelle Situation im Landkreis: „Wie in ganz Hessen ist die Arbeitslosigkeit auch hier seit Pandemie-Beginn im März sehr stark angestiegen.“, so Dombrowski. „Allerdings stehen wir im Vergleich zu Südhessen in unserer Region noch recht gut und stabil dar.“ Dies liege an dem starken Logistikschwerpunkt in unserem Kreis, an der stabilen Personalsituation bei K+S und dem großen Bedarf im Pflege-Sektor. Am meisten von der Arbeitslosigkeit betroffen seien Menschen unter 25 Jahren und ohne eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung. Da die Bundesregierung den Unternehmen Kurzarbeit erleichterte, sind trotz Pandemie-Maßnahmen gut 11 Prozent weniger Menschen arbeitslos geworden als im Vorjahr. Das sei eine sehr positive Entwicklung.

Fast 40 Prozent der Betriebe in der Region hätten Kurzarbeit angezeigt, weshalb weniger Menschen entlassen werden mussten, so Dombrowski. „In der Kurzarbeit liegt eine große Chance für Unternehmen und deren Mitarbeiter. Die Angestellten behalten ihre Stelle im Betrieb und können sofort weiterarbeiten, sobald die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Das Know-How bleibt in den Firmen und die Wirtschaft kann sich schneller erholen“, erläuterte Dombrowski.

So langsam würden sich bestimmte Sektoren wie die Gastronomie und die Reisebranche erholen, dennoch seien viele Bereiche stark getroffen, berichtete Kinkel im Anschluss. „Dort liegt nun unsere große Aufgabe, die Wirtschaft zu stabilisieren, zum Beispiel mit den Soforthilfen für fixe Kosten und dem im Juli verabschiedeten Konjunkturpaket. Dabei verlieren wir aber die Klimakrise nicht aus den Augen“, so Kinkel.

Die Corona-Pandemie habe in vielerlei Richtungen gezeigt, wie wir Ressourcen sparen können. Das Arbeiten im Homeoffice und die Fortschritte in der Digitalisierung ermöglichten vielen Fachkräften, auch von zu Hause im ländlichen Raum zu arbeiten und nicht auf die Präsenz in den Ballungsgebieten angewiesen zu sein. „Das ist ein Privileg! Die gute Versorgung mit Breitband Internet in unserem Kreis erleichtert diese Art der Arbeit enorm. Das ist ein großer Vorteil für die Menschen und die Natur. Das Pendeln zum Arbeitsplatz ist nicht mehr in dem vorherigen Umfang notwendig, Beruf und Familie sind besser vereinbar“, so Kinkel. Die Gefahr dabei sei jedoch eine mögliche Überforderung, da Arbeits- und Familienzeit sich oft überschneiden. „Eine Kombination aus Präsenzleistung am Arbeitsplatz und Arbeit im Homeoffice, wo immer es möglich ist, sehe ich daher als große Chance.“, so Kinkel. Im Anschluss an den Vortrag der beiden Referenten konnten die Anwesenden Fragen stellen und ihre Meinung zu dem Thema äußern. Einig waren sich alle darin, dass sich die Gesellschaft in einer großen Krise befindet. „Wir dürfen uns nicht weg ducken, sondern müssen Haltung bewahren, Abstand halten und die Chancen aus dieser Krise nutzen, um sowohl die Wirtschafts- als auch die Klimakrise zu meistern“, so die abschließenden Worte von Kinkel und Dombrowski.

Bündnis 90/ Die GRÜNEN

Grüner Kreisverband Hersfeld-Rotenburg

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld