15. Oktober 2018

Wenn der Plastikabfall nicht wäre…

So das Resümee der grünen AZV-Fraktion und der Landtagsabgeordneten Kaya Kinkel nach dem Besuch der Deponie des AZV „Am Mittelrück“ bei Kathus/Ludwigsau. Der Geschäftsführer des AZV Herr Georg Körner und der Betriebsleiter der Deponie Herr Gerhard Kümmel führten die Besucher zu den Stationen des Abfallzentrums. Alle Anlieferer gelangen nach der „Eingangswägung“ und Ladungskontrolle zu den diversen Ablade- oder Umladestellen. Sammelstationen gibt es z.B. für Kunststoffe, Holz, Bauschutt und Elektroschrott die dann dem Recycling zugeführt werden. Hausmüll und Bioabfälle werden umgeladen und der weiteren Verwertung zugeführt. „Der Inhalt der Biotonnen ist bedauerlicherweise häufig durch Plastikfolien, und -teile so verunreinigt, dass für etliche Anlieferungen eine aufwändige, kostenintensive Trennung erforderlich ist.“ so die Aussage des AZV Geschäftsführers Herrn Georg Körner. Der Betriebsleiter der Deponie, Herr Gerhard Kümmel, wies darauf hin, dass es bis dato keinen Kunststoff gibt, der biologisch schnell und vollständig abbaubar ist.

Folien und Plastikbeutel finden sich trotz der Eingangskontrollen auch immer wieder in den Grünabfällen die von Privatpersonen angeliefert und hier zwischengelagert werden. Auch hier muss wieder kostenintensiv aussortiert werden.

Unbelasteter Bauschutt und Erdaushub wird, sofern die Verwertung nicht möglich ist, auf der Deponie verbaut. Analysen des Anlieferers und des AZV garantieren die Unbedenklichkeit des Materials. Dass alle Deponieflächen den entsprechenden geltenden Gesetzen und Regeln der Technik entsprechen ist eine Selbstverständlichkeit, so der Geschäftsführer Herr Körner.

Beispielsweise werden alle Gärflüssigkeiten der Grünabfalllagerfläche und die dort anfallenden Niederschlagswässer einem Kanalsystem zugeführt, das zu der Sickerwasserbehandlungsanlage führt. In dieser Anlage wird das gesamte Niederschlagswasser und Sickerwasser der Deponie aufwändig behandelt. Im Prinzip ist die Aufbereitung der Deponieabwässer ähnlich wie in einer Kläranlage. Durch eine mechanische Reinigung werden ungelöste Stoffe abgetrennt, die gelösten Stoffe werden, sofern sie biologisch abbaubar sind, durch Mikroorganismen in einem aeroben und anaeroben Bereich abgebaut. Im Abwasser gelöste Stoffe, die nicht biologisch abbaubar sind, werden, nach Abtrennung der Mikroorganismen, herausgefiltert. Nach dieser Behandlung ist das Sickerwasser soweit gereinigt, dass es über eine Abwasserleitung zur Kläranlage der Stadt Bad Hersfeld gelangt. Dort erfährt das Abwasser der Deponie zusammen mit anderen Abwässern nochmals eine ähnliche Behandlung.

Der Betrieb und Unterhalt der Deponie ist sehr kostenintensiv und muss durch Gebühreneinnahmen gedeckt werden. Etwas reduziert werden die laufenden Kosten der Deponie durch die Nutzung und Eigenverwertung der anfallenden Deponiegase. Sie werden in einem kleinen Blockheizkraftwerk genutzt und liefern somit Strom und Wärme.

Abfall aus der Biotonne…

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